Der erste Wohnsitz Truchtaros?: Das ehemalige Mayr-Gut

Truderinger Str. 281
München
  • Erbaut: um 1920 und Ende 20. Jh.
  • Besonderheit: Walmdachvilla mit neubarocken Details und Satteldachbau mit Verbindungstrakt

Der moderne, giebelseitige, zweigeschossige Satteldachbau der Post und der kleine, villenartige Walmdachbau (um 1920) mit neubarock angehauchten Details liegen auf dem Grund des ehemaligen „Mayr-Gutes“.

Beachtet man die Nähe zu den frühgeschichtlichen Grabungsfunden und berücksichtigt, dass zu diesem Gut die „größten und schönsten Ackerflächen“ Truderings gehörten, wie Josef Brückl schreibt, scheint es nicht ausgeschlossen, dass der Hof bereits „bei der Landnahme durch Truchtaro entstanden“ ist. Und vielleicht hat dieser für uns bedeutende Herr des frühen Mittelalters sogar selbst genau hier gelebt.

Andernfalls wäre die wahrscheinlichste Alternative das Obere Zehentmayrgut in Kirchtrudering. Es lag auf Höhe der heutigen Kirchtruderinger Straße 9 und verblieb als einziges Gut der Hiltiprantschen Schenkung bis 1803 im Besitz der Bischofskirche von Freising. 1803 wurde das Anwesen und seine Ländereien in zwei gleiche Teile „zertrümmert“. So entstanden die Halben Höfe „beim Hanikl“ und „beim Freibauern“. 1810 wurde „der Hanikl“ nochmals geteilt, wodurch „der Adam“-Hof das dritte Anwesen auf den ehemaligen Gründen des oberen Zehentbauernhofes wird.