Die Anfänge Truderings: Truchtaro - Truhtheringa - Trudering

Weit vor der Ansiedlung des späteren Namensgebers Truchtaro um 500 nach Christus war diese Gegend hier „beliebtes“ Durchzugs- und Siedlungsgebiet für Kelten, Römer und germanische Volksgruppen. Dies belegen zufällige Grabungsfunde im Zuge moderner Bauprojekte seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

So öffnen alleine im engeren Kernbereich von Kirch- und Straßtrudering fünf große Areale mit Siedlungsresten und Gräberfeldern ein Zeitfenster von der späten Jungsteinzeit bis zum frühen Mittelalter. Ob und inwiefern diese ersten Siedler einander zeitlich und sozial näher kamen, ist kaum zu beantworten. Die archäologischen Funde sind dafür zu lückenhaft. Vielfach zeigten sich Zerstörungen und Raubspuren vergangener Epochen und zum Teil konnte nur die Hälfte der Gräberfelder als kurzfristige Notgrabung dokumentiert werden.

Als Truchtaro diesen Landstrich um 500 nach Christus zur Urbarmachung zugewiesen bekam und mit seinem Namen prägte, mochte er vielleicht die Spuren unserer Urahnen noch deutlich wahrgenommen haben. Wir wissen nicht, woher er kam oder in welcher Beziehung er zu seinem Lehensherrn stand. Unter Beachtung des Stammlandes kann für letzteren die Zugehörigkeit zur Hochadelssippe der Fagana vermutet werden, die ihrerseits dem Herzogshaus der Agilolfinger unterstanden. Deren „letzter“ regierender Spross wird Tassilo III. (748 bis 788) sein. Dessen Erlaubnis ist Grundvoraussetzung für die Schenkung des Hiltiprant 772. Urkundlich übereignet er zur Läuterung seiner Sünden einen Teil seiner Lehensgüter bei „Truhtheringa“ der Marienkirche zu Freising (dem heutigen Dom). Zugleich sorgt Hiltiprant so für die erste schriftliche Nennung Truderings.

Gut dreihundert Jahre später, um 1080/1090, verschenkt Uta aus dem Hause Andechs-Dießen (Tochter Friedrichs II und Frau von Pfalzgraf Kuno I) einen Großteil der bis dato herzoglichen Ländereien bei Trudering an die Ortskirche. Die Schenkung soll dem Unterhalt der Kirche und des Pfarrvikars dienen und zugleich an die Untertanen für geringes Geld verstiftet werden, um so auch deren wirtschaftliche Basis zu verbessern. Damals entwickelt sich bereits die äußere Anlage der beiden Straßendörfer Kirch- und Straßtrudering, die nachfolgend geschichtlich und sozial miteinander verschmelzen.

Das Gedenken an die edle Frau Uta, die zudem auch jährliche Brot- und Lebzelten-Speisungen stiftete, wird erst 1932 mit der Eingemeindung Truderings nach München ein vorläufiges Ende finden.

Wer noch mehr zu Truderings Geschichte erfahren will, wird unter anderem hier fündig werden:

  • Josef Brückl: 1200 Jahre Trudering, München 1972
  • Willibald Karl (Hg.): Trudering, Waldtrudering, Riem. Münchens ferner Osten, München 2000