Verlassen - verfallen - mit neuem Leben erfüllt: Der Bognerhof

Truderinger Str. 293
München
  • Erbaut: 1. Hälfte 19. Jh.
  • Besonderheit: giebelseitiger Satteldachbau mit Zierputzbändern und Holzbalkon

Auch das Gebäude des heutigen, giebelständigen Bognerhofes ist, wie z.B. der Laimer- oder Kaindlhof, der Nachfolgebau eines weit älteren Hauses. Im Gegensatz zu den beiden genannten blieb der Bognerhof aber nicht in der alten, damals traufseitigen Bauflucht, sondern wanderte als Neubau ein gutes Stück nach Süden ab.

Als Einfirsthof schloss an den gemauerten, zweigeschossigen Wohnbereich bis vor kurzem der ehemalige Wirtschaftstrakt mit Stallungen und hölzerner Scheune direkt an. Die vierachsige Giebelseite des Satteldachbaus zeigt mit den alten Zierputzbändern, den erhaltenen Fensterläden und dem kleinen, vorgelagerten Bauerngarten noch das ursprüngliche Gesicht eines landwirtschaftlichen Gehöfts, wie es für Trudering jahrhundertelang ortsprägend war.

Erstmals wurde dieser atmosphärisch aufgeladene Ort 1751 nach einem verheerenden Brand dem Verfall preisgegeben. Die damaligen Besitzer sahen sich wirtschaftlich nicht in der Lage, den Hof aus der Asche zu heben und verzichteten auf ihr Nutzungsrecht. Dreißig Jahre liegt er öd, bevor er wieder aufgebaut wird. Doch 1898 endet seine landwirtschaftliche Nutzung endgültig. Er wird zum Spekulationsobjekt und bis 1917 all seiner zugehörigen Gründe beraubt.

Mit dem Kauf durch die Familie Trinkl wird er nochmals für mehrere Generationen Heimat. Aber ab 2008 verfällt er erneut in den Dornröschenschlaf. 2014 wird der Bognerhof schließlich erweckt und erstrahlt nun in neuem Glanz. Nach einer aufwendigen Sanierung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes beheimatet er heute das Minihaus München – eine Kindertageseinrichtung für über 100 Kinder.